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Wenn Worte meine Sprache wären

Treffender als Tim Bendzko in seinem Lied “Wenn Worte meine Sprache wären” kann es nicht sein. In dem Song heißt es unter anderem “Mir fehlen die Worte, ich hab’ die Worte nicht, …….”. Auch mir fehlen manchmal die passenden Buchstabenkombinationen zu meinen Bildern, deswegen nutze ich hin und wieder die Worte derer, die des Wortes mächtig sind.

Ich habe mich bei diesem Bild für ein Gedicht von Ranndy Frahm entschieden.

| Der Baum |
Der Baum stand dort wo er immer gestanden hat,
keine Veränderung nur etwas älter, königlicher.
Als kleiner Junge oft drunter gesessen oder in ihm geklettert,
runtergefallen, Knie aufgeschürft und Kraft getankt.
Der alte Baum hat Kriege überstanden und sich im Winde gebeugt,
hat Liebende versteckt und Freuden miterlebt.
Er sah Menschen sterben, weinen, traurig sein,
sah Sehnsüchte, Ängste und Seelenqualen.
So oft den Besitzer gewechselt und weiser als jeder von ihnen,
stummer Zeuge von menschlichen Gewalten.
Visueller Führer durch längst vergangene Zeiten,
und immer majestätisch, mächtig, prachtvoll.
Seine Äste hielten den Selbstmörder und gaben der Amsel Schutz,
seine Blattwerk spendete Schatten und Geborgenheit.
Seine Blühten verzückten Schreiber, Denker und Verliebte,
lockten Immen und andrer Welten Vielfalt.
Nun steht der Baum nicht mehr – Ikea ist der momentane Besitzer,
Frühstücksbrett oder Wandregal,
Stubentisch und Kleiderschrank.
Der Schatten fehlt und auch die Immen,
die Pracht ist fort und mit ihr auch der Welten Vielfalt.
Kein Klettern kleiner Jungs in seinem Geäst,
lieber Wii und Playstation.
Kein Liebespaar im Rausch der Wonne
und auch kein Gesang der kleinen Amseln.
Der Baum, er fehlt…

*Ranndy Frahm *

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