[Gedanken]welt, Portfolio
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Die Fantasie der Gefährten

Wie im realen Leben werden auch in unserem tiefsten inneren Kriege ausgefochten, deren Entstehung niemand in Wirklichkeit nachvollziehen kann. Es geht immer um Macht und Habgier die sich irgendwelche finsteren Gestalten mithilfe von den sogenannten Mitläufern und Sympathisanten aneignen wollen und somit ihre eigenen wirren Ziele, meistens mit der Anwendung von Gewalt zu verfolgen, zum Glück, gibt es immer jemanden, der sich nicht beugen lässt, sei der Weg auch noch so schwer. Die Geschichte lehrt uns, da man sich auch ohne jegliche Art von Gewalt den vermeintlichen Herrschern widersetzen kann. In meiner kleinen Geschichte geht es auch um einen Machtkampf in unserem tiefsten inneren. Ich selbst, habe aufgrund meiner Lebenserfahrungen, schon so manche Schlacht geführt und dabei nicht immer einen Sieg davon getragen, wobei es auch nicht ums Gewinnen geht, sondern vielmehr um das, was man daraus lernt. Diese Erfahrungen sind dann, wenn man sie geschickt einsetzt, ein perfektes Hilfsmittel für alle zukünftigen Konfrontationen im Ich.

***

Dunkelheit liegt auf der Seele, die Stimmung beklemmend, ja fast erdrückend. Nichts ist, wie es früher mal war, denn er ist entfacht, der Krieg zwischen der Liebe und der Gleichgültigkeit. Was ist nur geschehen, wie konnte es nur so weit kommen und was in Gottes nahmen kann man nur tun, das ist hier die Frage. Die Liebe, das liebliche Wesen mit all den guten Eigenschaften, die sich ein normal Sterblicher nur vorstellen kann, wurde auf einen Schlag, völlig unvermutet in die Welt der Dunkelheit gedrängt. Umgeben vom dichten schwarzen Nebel, völlig orientierungslos war sie nun ein Gefangener der Gleichgültigkeit.

Warum tust du mir das an, fragte die Liebe, ich habe dir doch niemals etwas getan, worauf sie zur Antwort bekam „Du hättest besser aufpassen müssen, bist müde geworden und warst einfach nicht mehr bei der Sache, warum sollte jemand, der so schwach geworden ist, auf dem Throne sitzen und das Herz regieren. Nein, du bist es nicht Wert“.
Die Liebe ging für einen Moment in sich und ließ die Vergangenheit Revue passieren, war ich wirklich selber Schuld, oder wurde ich verraten und wenn, von wem. Große Zweifel kamen auf, ich kann mir nicht vorstellen, das einer meiner engsten Vertrauten einfach so in den Rücken fällt, oh nein, das glaube ich nicht.
Die Treue, das Glück, die Freude, die Aufrichtigkeit oder gar die Zärtlichkeit, waren mir stets treu ergebene Mitstreiter in allen Belangen und wir haben immer Hand in Hand an einem Strang gezogen, wir waren der Fels in der Brandung um das Herz vor der tosenden Brandung zu schützen. Ja, jetzt bist du sprachlos, sagte die Gleichgültigkeit, du hast es einfach nicht bemerkt, als ich dir schon vor einiger Zeit einen meiner besten Gefährten in dein Reich schickte. Die Liebe überlegte und ihr fiel nur einer ein, der vor nicht all zu langer Zeit in ihrem Reich planlos umherirrte und das war die Treue. Sie hat zwar das Herz in Versuchung gebracht, aber wir haben ihr doch mit der Vernunft die Stirn geboten und sie zur Besinnung gebracht, außerdem konnte sie nicht gemeint sein, denn sie ist doch auf unserer Seite, auch wenn sie für einen kurzen Moment schwächelte.
Du bist so dumm, sagte die Gleichgültigkeit, du hast es wirklich nicht gemerkt, das ich dir den Alltag geschickt habe. Er ist so unscheinbar und unauffällig, da er sich ohne den geringsten Verdacht zu erwecken, überall und zu jeder Zeit in deinem ach so perfekten Reich, fasst wie eine Sinnes betäubende Seuche verbreiten konnte. Er hat sich in Gestalt des schwarzen Nebels über euch ausgebreitet und euch sämtliche Sinne geraubt, euch müde gemacht und einen Teil eurer Macht an sich gerissen. Ihr müsst wirklich Narren sein, zu glauben, dass ihr ewig regieren könnt, denn nichts ist für ewig, auch nicht die Kraft der Liebe und seiner Gefährten. Gesteht es euch ein, dass ihr die Macht über das Herz verloren habt, ihr habt einfach versagt. Die Liebe überlegte einen Moment, sollte es wirklich so enden. Nein! Nicht mit mir, ich werde alle Kraftreserven mobilisieren um in die Schlacht ziehen und das nicht mit so hinterhältigen Mitteln wie es mein Gegenspieler getan hat. Die Liebe, baute sich auf, mit erhobenen Haupt und sagte mit bestimmender Stimme „Du wirst schon sehen, wer hier am Ende siegt, wir lassen uns nicht unterkriegen“, drehte sich um und ging zurück zu seinen Getreuen um sich zu beraten. Sie sah sie an und sagte ihnen, das sie nur geblufft hatte und in Wirklichkeit keine Idee habe, dem ganzen ein Ende zu bereiten, alle sahen sich nur verzweifelt an und standen den Tränen sehr nahe. In der hinteren Reihe, etwas abseits von den anderen, hob die Treue ihre Hand und sagte mit leiser Stimme „Ich hätte vielleicht einen Vorschlag, der uns weiterbringen kann“. Alle wanden sich zur Treue und lauschten Hoffnungsvoll der Worte, die da folgten. „Ich habe in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht, das ist mir klar, aber mit meinem Vorschlag werden wir es schaffen, das Böse zu vertreiben. Ich denke an jemand ganz bestimmten, mit dem wir auch schon zusammen so viele Hürden überwunden haben und das ist die Fantasie“. Ein Ruck der positiven Energie ging durch die Runde mit vereinzelten Ja rufen.
Die Liebe überlegte nicht lange, ja…..das ist die Lösung, wir müssen blind gewesen sein, sie war immer unser Rettungsanker, wenn uns die Kräfte mal schwanden, sie machte alles möglich in guten wie in schlechten Zeiten, mit ihr an unserer Seite werden wir, ganz ohne Gewalt dem Unheil ein Ende bereiten. Die Liebe sagte mit laut erhobener Stimme „Lasst uns an die Hände fassen und gemeinsam die Fantasie herbeirufen, nur vereint werden wir es schaffen sie frei zu setzen“.
Die anderen zögerten nicht lange, fassten sich mit geschlossenen Augen an die Hände und lösten mit ihrer vereinten Willenskraft, einen Sturm der Fantasie hervor, der sich zugleich seinen Weg in Form eines Wirbels, in Richtung Gleichgültigkeit aufmachte. Er drehte sich schneller und immer schneller, schob den dunklen Nebel wie eine riesige Welle vor sich her, die sich dann mit aller Gewallt den Weg in Richtung Gleichgültigkeit bahnte. Die Gleichgültigkeit begann zu zittern und rief völlig verängstigt, „Nein, das kann nicht sein“. Die Welle türmte sich wie ein riesig geballte Faust auf und setzte zum finalen Schlag an, ohne die Gleichgültigkeit nur im entferntesten zu berühren und fegte sie mit einer Druckwelle, angefüllt mit der vereinten Fantasie der Gefährten in alle Himmelsrichtung davon. Stille kehrte ein, der Sturm sich gelegt, kein dunkler Nebel weit und breit, war das der Sieg. Die Liebe sprach mit sanfter stimme, ich glaube wir haben es geschafft, danke meine Freunde, danke das wir mit vereinten Kräften die mächtigste Waffe die es überhaupt gibt, herbeirufen konnten, mit der Fantasie ist alles möglich.

*ENDE*

Und die Moral von der Geschichte ist, das wenn man jemanden liebt, sollte man, wenn es mal kriselt, nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Man sollte immer alle Hebel in Bewegung setzten und sei es auch nur mit der Hilfe der Fantasie, seinen Partner jeden Tag aufs neue zu beeindrucken. Niemand sollte sich im Alltag verirren und der Routine das Ruder in die Hand geben. Es ist doch ein leichtes seinem geliebten Gegenüber, durch irgend welche Kleinigkeiten, wie zum Beispiel einen Blumenstrauß, den man im besten Falle noch selbst irgendwo am Feldrand gepflückt hat, ein kleines Gedicht zu schreiben, oder gar mit etwas selbstgebastelten zu beeindrucken. Es zählt der Moment und das was man daraus macht, man darf nur nicht vergessen, das man eines der schönsten Geschenke, das man im Leben erhalten kann, die Liebe ist und diese muss man immer in Ehren halten. Gebe nicht das Steuer aus der Hand, denn du bist es, der den Kurs bestimmt, du bist der Kapitänin auf dem Schiff, der trauten Zweisamkeit und kannst dafür Sorge tragen, das ihr euch nicht im Nebel verirrt und dabei nicht auf der Insel der Einsamkeit strandet.

*

Natürlich gibt es im Leben nicht immer eine Garantie für die wundervollen Geschenke des Lebens, das Ganze ist ja kein Wunschkonzert, auch ich habe in so manchen Situationen den Kurs aus den Augen verloren, habe mich verirrt und bin gestrandet, aber zumindest habe ich überlebt und versuche hier auf meiner kleinen Seite von dem einen oder anderen Abenteuer zu berichten.
In diesem Sinne wünsche ich euch weiterhin viel Spaß beim Stöbern im VEB.

 

***
Der übelste
Gegenspieler
der Liebe
ist nicht der Hass
sondern
die Gleichgültigkeit
also sei Stark
und lasse dich nicht
von ihr
in Versuchung
bringen

©VEB

2 Kommentare

  1. Überleg mal, ob Du solche wundervollen Geschichten/Gedichte und die wunderschönen Bilder dazu nicht zu einem Buch werden lässt.

    Ich glaube ein Stück weit stielt auch das Monster Internet uns die Zeit. Und so haben wir für Fantasie gar keinen Platz mehr. Der Alltag kann durch den zunehmenden Stress noch mächtiger werden. Heute ist es auch so einfach sich zu trennen – man trennt sich ja auch von vielem anderen so schnell. Reparieren und Nachhaltigkeit sind doch eher unmodern. Und wenn die Verliebtheit immer wieder neuen Strohfeuern hinterher rennt anstatt der Liebe die Treue zu halten, dann wird es immer weniger silberne oder gar goldene Hochzeitstage geben.

    Das Bild vom Hirtentäschel ist fein – ich liebe dieses Kraut, weil es diese bezaubernden kleinen Herzen hat.

    • Hallo Birgit,
      nicht nur das Monster Internet nagt an unserer Zeit, auch der Job bedient sich an unserem zeitlich sehr begrenzten Buffet. Ich darf gar nicht drüber nachdenken, das ich täglich bis zu 14 Stunden im Auftrag meiner Geld verdienenden Phase unterwegs bin und das nur mal so am Rande. Was das Thema Beziehungen betrifft, ist es leider in der heutigen Zeit alles so Schnelllebig geworden, da wird selbst ein Messanger zum Mittel des Zwecks, statt jemanden beim Beenden der trauten Zweisamkeit in die Augen zu schauen, werden nur ein paar läppische Worte und vermutlich noch ein Emoji mit Mundwinkel nach unten gesendet. Face to Face war gestern, wobei sich mir die Frage stellt, wo der Arsch hin ist, den diese Menschen irgendwann mal in der Hose hatten, manche sollten sich selbst vor ihrem eigenen Spiegelbild schämen, wenn sie überhaupt eines haben.
      Was das Thema Buch angeht, denke ich, dass ich noch lange nicht so weit bin, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
      Danke für deine Wertschätzung meiner Arbeit, ich genieße diese in vollen Zügen, eine schönere Entlohnung für seine Kreativität, kann man einfach nicht erhalten.

      LG Appel

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