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Das konspirative Treffen

Wer mich kennt weis, das ich hinter jedem Bild, das ich hier zeige, immer eine kleine Geschichte verbirgt, auch bei diesen Propellern des Ahorns ist das der Fall. Ich sehe hier ein konspiratives Treffen, das sich irgendwo in den Untiefen unserer Gefühlswelt abspielen könnte. Die Menschen sind so einfach gestrickt, das wenn sie irgendwo im Leben einer Beziehung, an einem gewissen Punkt hängen bleiben, fangen sie langsam an sich aufzuribbeln, je weiter sie gehen, umso weiter zerstören sie das große Ganze und das ist das fest verwebte Netz der Liebe.
Ich bin durch Zufall auf einer meiner Fototouren auf seine seltsame Gruppe von Wesen gestoßen, die jeder von uns persönlich kennt. Nachdem ich heimlich ihren Worten lauschte, war mir sehr schnell klar, das diese nichts Gutes im Schilde führten, es war kein fröhliches beisammen sein, nein…..es war ein konspiratives Treffen, bei dem es scheinbar um den Plan eines Betruges ging.

***

Wer im Gottes Namen hält so ein Treffen ab und warum, was läuft hier für eine Verschwörung, was sind ihre Absichten, Fragen über Fragen, meine Neugier war geweckt, ich musste diesem Treffen einfach auf den Grund gehen. Ich kannte jeden einzelnen von ihnen und das ließ mir einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Da waren der Kummer, der Schmerz, die Lüge, das Leid, die Moral, die Neugier, die Lust und zum Schluss noch die gute alte Treue, die mir in diesem Fall als Rädelsführer des ganzen rüber kam.

„Hört gut zu“, sagte die Treue, „Jeder von euch wird in meinem Stück eine ganz bestimmte Rolle spielen und wer sich besonders stark engagiert, wird von mir eine Entlohnung erhalten, wie sie noch keiner gesehen hat“ Begeisterung machte sich unter den Anwesenden breit, jeder einzelne spekulierte darauf diese für sich in Anspruch zu nehmen.
„Wenn hier jemand ist, der diese Entlohnung bekommt, dann ja wohl ich“, sagte die Lüge mit überzeugender Stimme. „Ich bin es doch, der mit seiner einzigartigen Hinterhältigkeit, den Kummer, den Schmerz oder gar das Leid befehligen kann“.
„Haha“, tönte es aus der hinteren Reihe von der Moral „Du bist mir vielleicht ein Held, nur weil du mit deinem Ideenreichtum irgend welch fantasievollen Kartenhäuser baust, die irgendwann sowieso in sich zusammen brechen, hast du keinen Lohn verdient, Bau erst einmal was, das auch langfristig hält. Ich stehe zumindest für Disziplin, Zucht, Ordnung und verfüge über einen Kampfgeist, von dem du nicht mal zu träumen wagst“.
Das Leid, lachte und flüsterte mit sanfter Stimme „Ihr Schaumschläger, ihr nehmt euch beide nicht viel, ein möchte gern Polizist und ein Architekt ohne Bauplan, dass ich nicht lache. Ich und meine getreuen Freunde Kummer und Schmerz, sind das Sinnbild für die Langfristigkeit, wir bleiben ewig in der Seele verankert, ohne Wenn und Aber“.
„So was einfältiges hab ich ja noch nie gesehen, mit dem Denken ist es bei euch aber nicht weit her. Wer ist es denn, wenn nicht die Neugier mit ihrer Wissbegierigkeit, die dafür sorgt, das die Lüge überhaupt Baumaterial bekommt und wenn es auch nicht das beste ist. Wer ist es, der dir, meine gute alte Moral, durch einen Blick hinter den Horizont, neue Orte zeigt, in denen du deine Tätigkeit als selbsternannter Ordnungshüter auch weiterhin nachkommen kann“.
Ein lautes ‚Stop‘ übertönte die ganze Diskussion „Ihr bekommt alle in Stück vom Kuchen, aber ihr müsst auf meine Anweisungen hören, denn ich führe hier die Regie“.
Ich bekam es echt mit der Angst zu tun, konnte es echt sein, das die Treue die Seiten gewechselt und dazu noch alle anderen, die scheinbar von der Gier geblendet wurden, mit in diesen perfiden Plan gezogen hat. So eine großartige, schauspielerische Leistung, hätte ich ihr niemals zugetraut.
Sie hat sich der dunklen Seite der Macht zugewandt, um mit ihrer Hilfe die Liebe in die Ahnungslosigkeit zu verbannen. Pfui dachte ich mir, was für ein Verbrechen, wie kann man die Liebe nur so hintergehen, das ganze Ausmaß stimmte mich so traurig, das ich den Tränen sehr nahe stand, denn auch meine zarte Seele ist hin und wieder sehr nahe am Wasser gebaut. Wie kann man nur einen geliebten Partner betrügen, das Herz mit Füßen treten und die Liebe verraten?
„Hört zu meine Freunde“, sprach die Treue, Wir werden leichtes Spiel haben, wenn sich jeder einzelne von euch an meine Anweisungen hält, dann wird niemand bei diesem Abenteuer zu Schaden kommen. Zuerst zu dir meine liebe Lüge, du musst sehr kreativ vorgehen, mache deinem Namen alle Ehre, lasse nichts unversucht um eine Scheinwelt aufrechtzuerhalten, selbst wenn sich die Balken aufs übelste verbiegen. Und du meine liebe Moral, brauchst nichts weiter zu tun, als dich abzuwenden und die Augen zu schließen, damit sich die Lust in Begleitung der Neugier frei und völlig hemmungslos entfalten kann“.
„Und was ist mit dem Rest von uns“, fragte das Leid, „was dürfen wir tun“.
Ihr meine lieben, ihr werdet erst eingesetzt, wenn der erste Akt scheitert und alle anderen versagt haben. Dann werdet ihr das tun, was ihr in höchster Perfektion beherrscht, ihr werdet euch gemeinsam an die Seele heften und so viel schaden anrichten wie es nur geht.
Stille kehrte ein und die drei schlossen sich zusammen, um sich zu beraten, nach ein wenig Getuschel, stellten sie sich der Treue gegenüber und das Leid ergriff das Wort für die anderen. „Wir werden deinem Plan nicht folgen, egal was du uns auch bietest, das ist doch kein Spiel, wir möchten nicht, dass die Seele mit so einem schweren Schlag verletzt wird. Nur einer von uns, richtet schon so viel schaden an, dass die Seele sich nur schwer davon erholen kann, aber alle zusammen, nein……das hält niemand aus, das würde sie nur brechen und das will doch keiner, auch du nicht“. Die Treue war verwirrt, ging ein wenig in sich, senkte ihr Haupt und sprach mit weinerlicher Stimme Nein, das will auch ich nicht, ich weiß nicht was da in mich gefahren ist, ihr habt Recht. Niemand auf der ganzen Welt hat das Recht eine Seele zu verletzen oder gar zugrunde zu richten denn sie ist doch das kostbarste Gut, das jedes Lebewesen in seinem tiefsten inneren bei sich trägt″

*Ende*

 

Und was die Moral von der Geschichte?
Jeder von uns sollte seine Mitmenschen immer mit der Achtung behandeln, wie er es selbst von den anderen ihm gegenüber erwartet und niemand sollte sich das Recht herausnehmen, andere körperlich oder gar seelisch so zu verletzen, das sie daran zugrunde gehen. Die Menschheit fällt leider immer wieder in ihre Urinstinkte zurück, die ihnen seit Stunde Null auf diesem Planeten mitgegeben wurden, was ist mit dem Hirn, das sich im Laufe der Zeit so weit entwickelt hat, sollten wir es nicht endlich mal einsetzen und anfangen zu denken.

Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr verwirrt, willkommen in meiner Welt.

3 Kommentare

  1. Nicht nur Deine Blumenfotos regen mich an, auch Deine Texte.
    Sehr sensibel – in unserer heutigen Zeit ein Fremdwort.
    Texte und Fotos einfach wunderschön.

    Liebe Grüsse Laura

  2. Birgit sagt

    Ist die Seele einmal verletzt, wird sie sich von diesem Schmerz nicht erholen. Danke für deine Gedanken. Lg

    • Hi Birgit,
      der Seelenschmerz ist und bleibt eine sehr grausame und schmerzhafte Erfahrung, die aber wiederum ein Teil unseres Lebens ist, wir lernen aus den vorangegangenen Geschehnissen und können so in der Zukunft eventuell dem Leid etwas aus dem Weg gehen.

      LG

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